Brinkmann Intern

Auf dem Utkiek in den Heidbergen entsteht Güstrows höchster Aussichtspunkt / Stahlkonstruktion kommt neben den alten Bunker.

Von Eckhard Rosentreter
GÜSTROW Als Kind ist Barbara Neumann immer wieder auf dem Utkiek gewesen. Stundenlang stromerte sie mit an-deren Kindern aus Mühl Rosin und Schabernack in den Heid-bergen. Ein kleiner Bunker hatte da etwas Abenteuerliches an sich, dazu der Ausblick in die Ferne – die Bäume waren da noch klein.

Gestern war die Güstrowerin, die in Mühl Rosin groß geworden war und zu Füßen des Utkieks in den Kindergarten ging, wieder einmal oben. Der Anlass ein besonderer: der erste Spatenstich für den Neubau eines Aussichtsturmes. Die Firma,in der die Rentnerin immer noch arbeitet, wird den neuen Utkiek-Turmbauen. Da wollte die Einkäuferin bei Stieblich-Hallenbau unbedingt mit dabei sein: „Aus alter Verbundenheit… das lasse ich mir doch nicht entgehen.“

Die Fläche neben dem alten Bunker ist planiert, die Trasse für die Baufahrzeuge präpariert, angrenzende Bäume mit Schutzplanken umhüllt. Rot markierte Holzpflöcke stecken das 4 mal 4,36 Meter messende Rechteck für das künftige Turm-Fundament schon ab. 50 Tonnen Beton sollen hier ab der nächsten Woche gegossen werden: der Anker für die zehn Meter hohe, verzinkte Stahlkonstruktion. Ist die fertig – und Bürgermeister Arne Schuldt möchte bis zum nächsten Sommer damit rechnen–wir deine 30 Quadratmeter große Aussichtsplattform neue Güstrower Aussichten ermöglichen. Ob das vielleicht auch schon im Frühjahr klappt, mag Heinz-Joachim Lübke vom Planungsbüro Kulta nicht versichern. Man wisse halt nicht, wie lange Bauwetter anhält und ob der Untergrund nicht doch noch unliebsame Überraschungen bereit hält.

Zwar gehört das Umfeld mit zum durch das Landwirtschaftsamt mit 237000 Euro aus EU-Mitteln geförderten Projekt. Doch Rastplatz und neue Wegeführung – auch für gehbehinderte Wanderer –wären erst Recht sinnvoll mit einem neuen Turm. Für den hatte das Güstrower Mercedes Autohaus den finanziellen Grundstock gelegt. Das 25-jährige Firmenjubiläum in Güstrow sei für ihn ein guter Anlass gewesen, etwas „mit Weitsicht“ für Güstrow zurückzugeben, sagte der in Mühl Rosin ansässig gewordene Unternehmer Knut Brinkmann.

Mit 26000 Euro Eigenanteil ist auch die Stadt dabei, hoffend,dass es dabeibleiben möge. Eines aber werde wohl nicht möglich sein, habe er auch seine Vorstellungen revidieren müssen: Der See werde wohl nur dann ins Blickfeld kommen, wenn die Bäume ohne Blätter sind, meint der Bürgermeister. Eine wundervolle Aussicht auf Güstrow werde es dennoch geben. Und der alte Bunker behält auch noch einen Zweck: als Behausung für geschützte Fledermäuse.
Auf den neuen Turm freut sich Barbara Neumann schon jetzt. Und dies stellt die 65 Jährige klar: „Solange der nicht steht, arbeite ich auf jeden Fall noch weiter.“

Quelle: Güstrower Anzeiger / Schweriner Volkszeitung vom 05.12.2018